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                                                        Monatlicher Arbeitskalender                                 

                                                                           

Der monatliche Arbeitskalender soll dem Anfänger und dem noch  wenig erfahrenen Sammler in kurzgefasster Form
während der einzelnen Monate die jeweils wichtigen Pflegemaßnahmen aufzeigen.Werden die hier aufgeführten Hinweise
für die Pflege der Kakteen und anderer Sukkulenten beachtet, so können sich kaum Misserfolge einstellen. Die richtig
behandelten  Pflanzen werden die aufgewandte Mühe durch gesundes Gedeihen und reichliches Blühen lohnen

 

                                                                                                                                                                                                             

       Januar 

Ruhezeit beachten

Wie im Kapitel zur Überwinterung ausführlich dargelegt, ist jetzt die Einhaltung einer Ruhezeit unbedingt erforderlich,
in der die Pflanzen von wenigen Ausnahmen  abgesehen, kühl (8 bis 12°C) und völlig trocken gehalten werden. Dies ist
für die Blütenbildung bei Chamaecereus,Lobivia, Mammilaria und Rebutia sehr wichtig. Epiphytische Kakteen, z.b.
Epiphyllum – meist als Phyllokaktus bekannt -, Rhipsalis und Zygocactus – Weihnachtskaktus -, verlangen 12 bis 15°
und gelegentliche Wassergaben.Hier sollte das Erdreich nie völlig austrocknen. Leicht gegossen werden in größeren
Abständen nur die Blattsukkulenten, wie etwa Crassula, Echeveria, Kalanchoe und Sedum.

Allen Pflanzen jetzt viel Licht und, wenn möglich, volle Sonne bieten !
Gefahr von Schädlingen.
Es empfiehlt sich, alle Pflanzen vorbeugend gegen Spinnmilben und Schmierläuse zu behandeln,
da sich diese Schädlinge gerade in den Wintermonaten verstärkt ausbreiten  und dann grosse Schäden verursachen.

 

       Februar

Je nach Witterung und Stand erscheinen in diesen Wochen oft schon die ersten Blütenknospen an einzelnen Kakteenarten.
Sie erhalten dann schon etwas Wasser. Ansonsten Ruhezeit wie im Vormonat beachten und gleiche Pflegemaßnahmen
durchführen.
Bei entsprechender Zusatzbeheizung sind die ersten Kakteenaussaaten möglich. Günstigste Keimtemperatur liegt bei 20
bis 25°C. Samen vor der Aussaat unbedingt beizen. Pflanzen jetzt genau etikettieren, mit Angabe von Gattung und Art.
Am besten eignen sich Etiketten aus Kunststoff, die mit wetterfester Tusche oder einem Spezial-Schreibmaschinenband
beschriftet werden

 

       März

 

Beginn der Verpflanzarbeiten

Größere Pflanzen werden nur alle paar Jahre in neues Substrat umgesetzt, Jungpflanzen dagegen jährlich. Unbedingt für
guten Wasserabzug sorgen. Keine zu großen Töpfe. Kleine Pflanzen am besten in Schalen setzen.
Blattkakteen – früher als Phyllokaktus bezeichnet – erst nach der Blüte verpflanzen. Sie verlangen , wie Osterkaktus,
Binsenkaktus und Weihnachtskaktus, eine lockere, humose Erdmischung mit  reichlich feuchtem Torfmull. Nach dem
Umsetzen sind die Pflanzen noch gut eine Woche trocken zu halten, ehe leicht mit dem Gießen begonnen wird.

 

Ende der Ruhezeit

Mit zunehmender Tageslänge und ansteigenden Temperaturen beginnen die Pflanzen mit neuem Wachstum. Je nach
Witterung erhalten die Kakteen die ersten Wassergaben. Anfangs wird man sie leicht mit angewärmten Wasser übersprühen
und so zum Wachsen anregen, bis dann auch das Erdsubstrat mild feucht gehalten wird.
Kakteen und auch die behaarten Sukkulenten sollten bis zum Abend wieder gut abgetrocknet sein.
Mit dem einsetzenden Wachstum bekommen die Pflanzen wieder  mehr Wärme. Günstig sind Temperaturen von 18 bis
25°C. Bei mildem Wetter wird bereits über Mittagsstunden gelüftet.

 

       April

 

Umpflanzen beenden

Die im Vormonat begonnenen Verpflanzarbeiten beenden. Sämlinge vom Vorjahr werden jetzt pikiert und in flachen
Schalen nicht zu weit gesetzt.Die jungen Pflanzen sollten vor zu starker Sonne geschützt und in den Mittagsstunden mit
dünnem Seidenpapier überdeckt werden. Das Erdreich ist mild feucht zu halten.

Aussaaten sind jetzt ohne zusätzliche Erwärmung auch am Fensterbrett möglich.
Vor allem Mittagsblumen, Lebende Steine, Agaven und Crassula-Arten werden am besten jetzt gesät. Nach dem Auflaufen
der Sämlinge muss die Glasscheibe bei all diesen Arten gleich von den Saatgefäßen entfernt und durch Seidenpapier ersetzt
werden, damit die jungen Pflanzen kurz und gedrungen bleiben.

Vermehrung durch Stecklinge ist nun bei Kakteen, Euphorbien, Dickblattgewächsen und ähnlichen  möglich.
Vermehrungsmaterial erst einige Tage an der Luft gut antrocknen lassen, ehe es abgesteckt wird. Vorteilhaft ist Bodenwärme
von 20 bis 25°C.

Wieder reichlich gießen, die Wassermengen werden mit weiterem Wachstum der Pflanze erhöht, vor allem bei warmem
Wetter ist reichlicher zu gießen. Die Blattkakteen erhalten nun wöchentlich 2 bis 3 Gramm Blumenvolldünger je Liter mit in
das Gießwasser , damit die angesetzten Blütenknospen gut  heranwachsen.
Schwache Düngergaben erhalten auch Osterkakteen, Binsenkakteen und Weihnachtskakteen.

 

       Mai

 

 

Die im Vormonat aufgeführten Arbeiten können noch weiter fortgesetzt werden. Dies gilt insbesondere auch für das Giessen
und Düngen. Bei warmer Witterung ist wiederum reichlich zu lüften!

Ausräumen ins Freie möglich, wer die Möglichkeit besitzt, seine Kakteen und andere Sukkulenten den Sommer über aus
der Wohnung ins Freie vor das Fenster, auf den Balkon oder gar in ein Frühbeet zu bringen, der wird über das gute Gedeihen
und  Blühen der Pflanzen nicht zu klagen haben. Selbstverständlich sollten dabei die meisten Arten Glasschutz von oben
erhalten, damit die Pflanzen vor starken Regenfällen geschützt stehen.

Schattieren ist jetzt, soweit bei den einzelnen Gattungen nicht aufgeführt, nur bei Sämlingen, Jungpflanzen und epiphytischen
Kakteen erforderlich, vor allem bei starker Sonne in den Mittagsstunden. Auch Stecklinge schattig halten, bis sie Wurzeln gebildet
haben.

 

       Juni

 

Bei sonnigem Wetter werden die Pflanzen jetzt reichlich und je nach Wüchsigkeit mit einem Zusatz von 2-3g eines
Blumen-Volldüngers je Liter gegossen.Wer eine größere Anzahl Pflanzen besitzt, der verwende speziell für Kakteen
geeignete Volldünger, die weniger Stickstoff, doch dafür mehr Phosphorsäure und Kali enthalten. Niemals bei trockenem
Erdreich düngen, notfalls erst mit reinem Wasser vorgießen.

Pfropfungen bei Kakteen und anderen Sukkulenten können gegen Ende des Monats  durchgeführt werden, wenn sich die
Unterlagen gut im Wuchs befinden. Zum sicheren Anwachsen ist warmes Wetter wichtig.

Echinocereen sollen jetzt unbedingt ins Freie gebracht werden, wo sie an einem warmen und sonnigen Platz bis zum Herbst
verbleiben können. Weitere Pflegearbeiten,  im Vormonat erwähnt, sind fortzuführen. Dies gilt insbesondere für das Schattieren
von empfindlichen Arten.

 

                                                           

       Juli

 

Bei hochsommerlichen Temperaturen und reichlichen Wassergaben werden sich die Pflanzen nun prächtig entwickeln.
Gießen und düngen wie im Vormonat aufgezeigt. Wichtig ist reichlich Lüften, damit sich die Kakteen kräftig bestacheln.
Pfropfungen können weiter durchgeführt werden. Weihnachtskaktus schließt gegen Ende des Monats sein Wachstum ab.
Das Gießen leicht einschränken, ohne die Erde völlig austrocknen zu lassen. Doch sollte man die Pflanze jetzt nicht mehr
düngen! Strauchige Mittagsblumen, Echeverien unempfindliche Crassula- und Sedum-Arten, verschiedene Aloen und
Agaven können ohne Glasschutz im Freien stehen, wo sie sich bei sonnigem Stand prächtig ausfärben.

 

       August

 

Sommerliche Pflegemaßnahmen, wie Giessen, Düngen und Schattieren fortführen. Noch sind Pfropfungen möglich.
Seitlich erscheinende Triebe an den Unterlagen rechtzeitig entfernen. Sie können zur Vermehrung dienen.

Stecklinge von Kakteen, Mittagsblumen, Dickblattgewächsen u.a. sind diesen Monat noch zu schneiden.
Ruhezeit bei Weihnachtskaktus genau beachten, jetzt keinesfalls düngen und nur mehr wenig gießen. Pflanze dafür
bei heißem Wetter häufiger übersprühen.
Samenernte ist nun bei vielen Kakteen und anderen Sukkulenten möglich. Wichtig ist jedoch, dass die Früchtegut ausreifen
und nicht zu früh abgenommen werden. Samen luftig und trocken aufbewahren. Genau beschriften, um welche Arten es
sich handelt.

 

       September

 

 

Gießen und Düngen bei allen Pflanzen langsam einschränken, damit sie das Wachstum abschließen  und die Triebe
rechtzeitig ausreifen. Gegen Mitte des Monats das Düngen ganz   einstellen.

Viel Frischluft ist jetzt besonders wichtig. Wo die Pflanzen im Freien stehen, sollte man bei trockener Witterung nachts
unbedingt die Frühbeetfenster und Abdeckungen ganz entfernen. Die nächtliche Taubildung bringt eine enorm kräftige
Bedornung bei den Kakteen.

Aussaaten von vielen südamerikanischen Kakteenarten wie Oreocereus und Rebutia können nun erfolgreich durchgeführt
werden.

 

       Oktober

 

Gut abhärten, Pflanzen noch möglichst lange im Freien lassen, damit sie gut abgehärtet werden. Leichte Fröste schaden
Echinocereen in keiner Weise. Auch bei Zimmerpflege die Wassergaben immer mehr beschränken und nur mehr bei sehr
warmer Witterung ganz wenig gießen. Auch die Bedornung wird sich kräftig ausfärben.

Volle Sonne wird nun allen Arten geboten, damit die Pflanzen im nächsten Jahr besonders  reich blühen.
Auf Schädlinge achten ehe die Pflanzen ins Winterquartier eingeräumt werden, behandelt man sie vorsorglich gegen
tierische Schädlinge, wie Schmierläuse und Spinnmilben.

 

       November

 

Viel Luft und Sonne  

sollte man nun seinen Pflanzen bieten. Mit Ausnahme der feuchtigkeitsliebenden  Kakteenarten, wie Epiphyllum, Rhipsalis
und ähnlichen, sowie der verschiedensten Blattsukkulenten sollten wir alle andern Pflanzen nun vollkommen trocken halten.

Kühle Überwinterung wäre für die Kakteen und die vielen anderen Sukkulenten besonders günstig.
Am Besten sind Temperaturen von 8 bis 12°C. Nur die oben aufgeführten epiphytischen  Kakteen sollten bei 12 bis 15°C
gehalten werden, wobei tagsüber höhere Wärme nicht schadet.

Knospenansatz bei Weihnachtskaktus erfolgt bereits in diesen Wochen. Jetzt wird diese Pflanze wieder reichlich gegossen
und in wöchentlichen Abständen leicht gedüngt. 2 bis 3g Dünger je Liter Gießwasser reichen völlig aus. Vor allem sollte man
darauf achten, die mit kleinen Knospen versehenen Pflanzen nicht zu verstellen.

 

       Dezember

 

Vollkommene Winterruhe für alle Pflanzen! Ausnahmen machen nur der blühende Weihnachtskaktus sowie andere
epiphytische Arten. Seine Blüten bleiben bei kühlerem Stand in un-geheiztem Raum viel länger frisch.

Pflanzen kühl halten. Wie bereits im Vormonat erwähnt, sollen die meisten Kakteen und auch die anderen Sukkulenten
unbedingt kühl gehalten werden. Genaue Temperaturangaben sind unter Januar und November zu finden.
Geerntete Samen werden sorgfältig aus den fleischigen Beeren herausgelöst. Wichtig ist dabei, dass zur Vermeidung von Pilz-
Krankheiten keine Fruchtreste an den Samenkörnern haften bleiben. Trockene Fruchthüllen lassen sich absieben. Damit die
Keimfähigkeit lange erhalten bleibt, werden die sauber gereinigten Samen in Papiertütchen trocken und kühl aufbewahrt.

Weitere Pflegemaßnahmen wie Gießen und Schädlingsbekämpfung wie im Januar ausführlich erläutert durchführen.

 

Entnommen aus Alles über Kakteen Autor © Dieter Herbel

                                                                                                                                                                                                                                         


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